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04.08.2026
Stimmungswandel: Pragmatismus und neue Prioritäten
Studie beleuchtet Zukunftserwartungen junger Menschen
Arbeiten, Wohnen, Reisen und Konsum: Eine wissenschaftlich begleitete Studie beleuchtet zum dritten Mal in Folge die Zukunftserwartungen junger Menschen im Alter zwischen 16 und 35 Jahren.
Die Zukunftsstudie 2026 der Schörghuber Gruppe zeigt einen Stimmungswandel innerhalb der «Generation Future»: Im Vergleich zur ersten Zukunftsstudie vor zwei Jahren blicken junge Menschen heute spürbar weniger optimistisch in die Zukunft.
Die neue Realität mit ihren globalen Krisen, wirtschaftlichen Unsicherheiten und gesellschaftlichen Herausforderungen ist vollständig in den Köpfen der Befragten angekommen. Doch von Resignation oder Pessimismus kann keine Rede sein.
«Wir sehen ganz klar, dass die Generation Future ihren Alltag pragmatisch auf die geänderten Bedingungen angepasst hat. Sie schaffen sich damit selbst, was die äußeren Umstände angesichts globaler Krisen nicht bieten können: ein Gefühl von Stabilität, Beständigkeit und Sicherheit», konstatiert Florian Schörghuber, CEO der Schörghuber Gruppe.
Dies ist die zentrale Erkenntnis einer Studie, die die in München ansässige Schörghuber-Gruppe in diesem Jahr zum dritten Mal angestossen hat. Begleitet wurde sie erneut vom renommierten Kindheits- und Jugendforscher Prof. Dr. Klaus Hurrelmann.
Für die Studie wurden 2000 Menschen im Alter von 16 bis 35 Jahren befragt – sie repräsentieren die Generationen Y und Z und damit die Gruppe von Menschen, die unsere Gesellschaft in den kommenden Jahrzehnten entscheidend prägen werden.
Die Studie ist unterteilt in die vier Themenbereiche Arbeiten, Wohnen, Reisen und Konsum – und orientiert sich dabei an den Geschäftsfeldern der Schörghuber Gruppe. Sie fragt etwa nach der benötigten Wohnfläche, den Anforderungen junger Menschen an die Arbeitsumgebung, beleuchtet den Stellenwert der Nachhaltigkeit beim Reisen und die Reaktion auf gestiegene Preise in der Gastronomie.
«Wirtschaft, Politik und Gesellschaft sollten noch stärker berücksichtigen, welches Bild die Generation Future von der Zukunft hat. Ihre Werte, ihr Konsumverhalten und ihre Erwartungen werden die Märkte und die Arbeitswelt von morgen massgeblich prägen», so Florian Schörghuber.
Arbeit zwischen Selbstverwirklichung und Pragmatismus
Die junge Generation verbindet die Arbeit stark mit Selbstverwirklichung, für die Zufriedenheit im Leben ist das Arbeiten ein zentraler Faktor. Die mit Abstand wichtigste Erwartung lautet dabei: Arbeit soll Spass machen (79% Zustimmung).
Allerdings zeigt sich eine Diskrepanz zwischen Idealvorstellung und gelebter Realität: Nur 42% der Befragten gaben an, tatsächlich in ihrem Traumberuf tätig zu sein. Während 58% angeben gerne zu arbeiten, sehen gleichzeitig gut zwei Drittel ihre Arbeit einfach als eine Notwendigkeit, um Geld zu verdienen.
Wohnen: Hohe Ansprüche treffen auf pessimistische Realität
Das Wohnen wird von der Generation Future als wichtigster Faktor für Lebensqualität angesehen: Nur gut ein Drittel der 16- bis 35-Jährigen kann sich vorstellen, künftig mit weniger als den durchschnittlich pro Person in Deutschland zur Verfügung stehenden 49 Quadratmetern auszukommen. Dementsprechend geben die meisten an, bis zu 30% ihres Einkommens dafür ausgeben zu wollen, knapp ein Drittel sogar bis zu 40%.
Beim Thema Miete versus Eigentum zeigt sich 2026 ein klarer Wandel: 53% der Befragten wünschen sich langfristig Wohneigentum – am liebsten als Haus – und setzen damit auf Stabilität und Tradition. In den Vorjahren war noch die Flexibilität eines Mietverhältnisses beliebter als Eigentum.
Die Stimmung in Bezug auf den Wohnungsmarkt hat sich deutlich verschlechtert. 15% mehr als noch vor zwei Jahren erwarten, dass die Lage weiterhin angespannt bleiben wird.
Reisen als gemeinsames Erlebnis und Premiumzeit des Jahres
Junge Menschen reisen heute besonders gern gemeinsam mit ihrer Partnerin oder ihrem Partner. Vor allem Wellnessauszeiten (46%), Fernreisen (36%) und klassische, längere Urlaube (35%) werden bevorzugt zu zweit erlebt. Reisen in deutschsprachige Länder werden von 26 % der Befragten auch gerne mit Freunden unternommen, gefolgt vom Urlaub mit der Familie und dem Reisen mit dem Partner.
Qualität geht dabei vor Quantität: Fast die Hälfte der Befragten (48%) lebt im Alltag bewusst sparsamer, um es sich im Urlaub «richtig gut gehen zu lassen». Und fast ebenso viele (47%) verreisen lieber seltener, investieren dann aber in einen hochwertigeren Aufenthalt.
55% der Befragten würden aus ökologischen Gründen auf exotische Fernreisen verzichten. Immerhin 40% wären bereit, für ihren Urlaub mehr zu bezahlen, um den eigenen CO2-Fussabdruck zu reduzieren. Und 31% meiden Flugreisen grundsätzlich aus Umweltaspekten. Das sind deutlich weniger als 2024, als noch 47% angegeben haben, Flugreisen zu vermeiden.
Konsum: Pragmatischer Umgang mit Nachhaltigkeit
Für die Generation Future hat Konsum als Selbstzweck kaum Bedeutung, für ihre Lebensqualität rangiert das Thema auf den letzten Platz. Stattdessen zählen soziale Kontakte und gemeinsam verbrachte Zeit.
Fast die Hälfte der Befragten bevorzugt den pragmatischen Einkauf, wie etwa in Supermärkten oder bei grossen Modeketten. Das deutet darauf hin, dass Bequemlichkeit, Verfügbarkeit und Effizienz wichtiger sind als Individualität oder besondere Einkaufserlebnisse.
Restaurants und Bars werden vor allem besucht, um Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen – so die häufigste Antwort auf die Frage nach den Gründen. Wie in anderen Lebensbereichen spielen auch hier soziale Bindungen und das gemeinsame Erleben eine wichtige Rolle.
Ebenso wichtig ist den Befragten der Genuss von gutem Essen. Frauen probieren dabei etwas häufiger gerne neue Speisen aus, während Männer stärker den Genuss von Getränken betonen.
Die häufigste Reaktion auf die steigenden Preise für Restaurant- und Barbesuche ist, öfter selbst zu kochen (38%) und seltener im Restaurant zu essen (33%). Fast ebenso verbreitet ist die Entscheidung von 27% der Befragten, Freunde und Familie stattdessen häufiger zu Hause zu treffen.
Dass der Konsum von Alkohol rückläufig ist, ist kein Geheimnis. Es verwundert nicht, dass im Vergleich zu 2024 die Zahl derer, die keinen Alkohol trinken, noch einmal sichtbar gestiegen ist (von 25% auf 29%) – und zwar in allen Altersgruppen.
Wer Alkohol trinkt, nennt als Gründe Spass (39%) und Geschmack (26%), wobei Männer Alkohol häufiger mit Geselligkeit und Lockerheit verbinden, während Frauen öfter angeben, keinen Alkohol zu mögen oder zu trinken.
Die junge Generation setzt sich beim Konsum ökologische Ziele, verfällt dabei jedoch nicht in einen ideologischen Aktivismus. 37% der Befragten geben an, ihr Konsumverhalten stark oder sehr stark an Umweltzielen auszurichten. Ökologische Fragen sind im Alltag eher in einem praktischen Sinn präsent: 41% entscheiden je nachdem, was für sie sinnvoll oder praktikabel ist und zu ihrem Lebensstil passt.
Zentral für die Alltagsgestaltung der Generationen Y und Z ist 2026 eine bewusste Ausrichtung auf Lebensqualität im Hier und Heute.
Wohnen, eine erfüllende Arbeit und soziale Beziehungen bilden für die Generation Future die zentralen Säulen eines guten Lebens. Trotz steigender Kosten, schwieriger Marktbedingungen oder äußerer Unsicherheiten gestaltet sie ihren Alltag nach den eigenen Vorstellungen.
Selbstfürsorge steht im Mittelpunkt. Jedoch nicht im Sinne einer egoistischen Spass- oder Genussorientierung – vielmehr zeigt sich ein bodenständiger und verantwortungsvoller Lebensstil, der an einem traditionellen Wertesystem ausgerichtet ist.
Themen wie Nachhaltigkeit bleiben dabei relevant, müssen sich jedoch zunehmend an ihrer konkreten Umsetzbarkeit und ihrer Vereinbarkeit mit dem Alltag messen lassen.
schoerghuber.group
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Quelle: schoerghuber.group
Dossiers: Alkoholkonsum | Marketing
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