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24.05.2026
Chance oder Risiko für Kleinbetriebe?
Social-Media-Trends beeinflussen das Angebot in der Gastronomie
Auf den sozialen Medien kursieren Ideen und Trends schneller als in früheren Zeiten. Obwohl sie häufig kurzlebig sind, kann das Aufspringen auf Online-Hypes lukrativ sein. Cafés und Restaurants können sich von der Konkurrenz differenzieren und gezielt neue Nischen bedienen.
Mithilfe einer Umfrage hat der Kassenanbieter SumUp herausgefunden, wie Kleinunternehmen Trends übernehmen und ob sich diese für ihr Geschäft als vorteilhaft erwiesen haben oder nicht. In der Umfrage unter verschiedensten Kleinunternehmen in Deutschland hat sich gezeigt, welche Chancen und Risiken die Jagd nach Trends hat, welche Auswirkungen sie auf die Unternehmen hat und was manche Unternehmen möglicherweise davon abhält.
Von den befragten Betrieben gaben vier von fünf (79%) an, dass sie im vergangenen Jahr mindestens einen Trend übernommen haben. Von diesen gaben jedoch nur etwas mehr als ein Drittel (37%) an, dass sie dadurch einen positiven Effekt auf ihr Geschäft erzielen konnten. Lediglich 12% stuften die Einführung eines Social-Media-Trends als signifikant für ihren Umsatz ein. Unter allen Befragten haben rund ein Fünftel (19%) das Umsetzen von Social-Media-Trends gänzlich vermieden.
Erkennen von Trends und ihrer Relevanz
Die Relevanz von Trends zu beurteilen, fällt vielen Unternehmen schwer. Ein Viertel (26%) gab Unsicherheit zu. Weitere 6% gaben an, dass sie Schwierigkeiten haben, Trends zu identifizieren, die sowohl zum Unternehmen als auch zu ihren Verbrauchern passen.
Dabei sind es nicht nur unpassende Trends, die abschrecken, sondern auch die damit verbundenen Risiken. So gaben 19% der befragten Unternehmen an, dass der mögliche finanzielle Schaden eines gescheiterten Trends zu hoch sei, um die Einführung zu rechtfertigen. Weitere 18% erklärten, dass sie weder Zeit mit kurzlebigen Modeerscheinungen verschwenden noch den Anschein erwecken möchten, ihre Konkurrenten zu kopieren.
17% der Unternehmen gaben zu, dass es schlicht zu schwierig sei, mit der Geschwindigkeit der sich ändernden Trends Schritt zu halten. Dennoch sah rund jeder Achte (13%) kein wesentliches Risiko in der Trendjagd, was darauf hindeutet, dass die negativen Auswirkungen der Trendübernahme minimal sind, solange solche in begrenztem Umfang durchgeführt werden.
Auf die Frage, woher Unternehmen ihre Inspiration für solche Trends beziehen, gaben 34% an, sich direkt in sozialen Medien umzusehen, um Popularität festzustellen. Weitere 29% verlassen sich auf Feedback und Anfragen von Kunden sowie auf Branchennachrichten und -veranstaltungen. Fast ein Viertel (22%) wandte sich an ihre Lieferanten und Partner, um mehr über neue Trends herauszufinden.
Besonders im Gastgewerbe sind die Vorteile hoch. Mehr als die Hälfte (52%) der Betriebe sieht einen positiven Einfluss von der Umsetzung von Trends. Auch im Einzelhandel (34%) und in der Schönheits- und Kosmetikbranche, wo sogar mehr als die Hälfte (56%) profitiert, führt die Umsetzung von Social- Media-Trends zu messbarem Erfolg.
Allerdings gibt es auch Rückschläge: Über ein Drittel (35%) der Unternehmen im Gastgewerbe verzeichnete keinen messbaren Effekt und knapp jeder Zehnte (9%) im Einzelhandel gab sogar an, dass die Verfolgung von bestimmten Trends einen negativen Einfluss auf ihr Geschäft hatte.
Die mit der Trendadaption verbundenen Risiken variieren stark je nach Sektor. Im Gastgewerbe assoziieren mehr als ein Viertel (28%) ein hohes finanzielles Risiko, während knapp ein Viertel (24%) befürchten, durch verspätete Adaption die Konkurrenz lediglich zu imitieren. Gleichzeitig sehen jedoch 16% der Gastrobetriebe überhaupt keine Risiken.
Im Einzelhandel hingegen sieht knapp ein Viertel (24%) das grösste Risiko in der Investition in Lagerbestände, die sich später nicht verkaufen. Zudem empfindet jeder Sechste (16%) die Geschwindigkeit, mit der Trends wechseln, als schwer zu bewältigen. Die Sorge um ein hohes finanzielles Risiko wird im Einzelhandel (17%) geringer eingeschätzt als im Gastgewerbe.
Die beliebtesten Café- und Restaurant-Trends
Durch eine Untersuchung und Auswertung von Social-Media- und Suchdaten wurden die besten Trends für Cafés und Restaurants der vergangenen Monate identifiziert.
«Latte Art», also die Kunst, Kaffeegetränke mit Milchschaum zu verzieren, hat auf Social Media beeindruckende Ausmasse gewonnen. Talentierte Baristas kreieren Schwäne, Blumen oder andere Kunstwerke mit dem Milchschaum auf Getränken und versüssen so Kunden bereits früh ihren Tag.
Diese Bilder werden gerne online geteilt: fast 15 Millionen Instagram-Posts sowie 767’400 TikTok-Beiträge lassen sich unter dem Hashtag #latteart finden. Um bei diesem Trend mitzuhalten, sind keine hohen Investitionen nötig. Stattdessen kann das Personal durch professionelle Schulungen seine Fertigkeiten erweitern.
Ein weiterer Getränketrend ist besonders beliebt. Suchtrends nach «Cold Brew»-Kaffee sind in den letzten Monaten um 9900% gestiegen und auch auf Social Media ist das Trendgetränk stark präsent (fast 5.4 Millionen Instagram-Posts).
Während der Pandemie haben viele versucht, Sauerteigbrot zu backen oder Gebäcke mit Sauerteig zu kreieren. Der Trend hält bis heute unvermindert an. Innerhalb von drei Monaten wurde in Deutschland fast 200'000-mal nach «Sauerteig» gesucht und auch auf Instagram ist das Interesse hoch. Dort wird der Trend in mehr als 19 Millionen Posts erwähnt. Die Nachfrage nach Sauerteigbrot ist weiterhin stark und kann eine beliebte Option in Cafés, Bäckereien oder Restaurants sein.
Die Recherche zeigt, dass traditionelle Weihnachtsleckereien weiterhin hoch oben mithalten können. Das italienische Weihnachtsgebäck Panettone stellte sich als der derzeit beliebteste Weihnachtstrend heraus.
Restaurants, Bäckereien und Cafés können altbekannte Leckereien in ihr Repertoire aufnehmen. Ob als einfaches Gebäck zum Kaffee oder als Geschmacksrichtung in einem Getränk: Es gibt viele Möglichkeiten, solche Trends umzusetzen.
Vanillekipferl weisen mit 24’600 Google-Suchen in den letzten drei Monaten das höchste Suchvolumen in der Weihnachtskategorie auf. Zimtsterne sind ebenfalls begehrt. Für Gastronomiebetriebe verschiedenster Arten kann die Adaption solcher Trends ein wichtiger Umsatztreiber sein, da so direkt die saisonale Nachfrage in den Wintermonaten bedient wird.
Trends zum Vorteil nutzen
Trotz der potenziellen Risiken können Trends für Unternehmen klare Vorteile bieten – vorausgesetzt, sie werden strategisch übernommen. Dabei ist die Relevanz des Trends für das eigene Geschäft entscheidend, ebenso wie die Fähigkeit, zwischen nachhaltigen Entwicklungen und kurzlebigen Modeerscheinungen zu unterscheiden.
Es kann schwierig sein, Trends online frühzeitig zu erkennen und vorherzusagen. Oft hören viele Unternehmen erst von ihnen, wenn sie bereits bei der Masse angekommen sind. Einige erste Anzeichen, auf die Geschäfte jedoch achten sollten, sind Änderungen im Angebot von Lieferanten, Konkurrenz oder auch grösseren Ketten und bestimmte Kundenanfragen.
Besonders das frühe Interesse von Kunden kann Gold wert sein, vor allem für Betriebe, die möglicherweise etwas weniger auf Social Media aktiv sind. Schon eine kurze Recherche zu spezifischen Anfragen kann einen neuen Trend aufdecken, bevor dieser zum Massenphänomen geworden ist.
Bei der Übernahme von Trends ist es entscheidend, zwischen nachhaltigen Entwicklungen und vorübergehenden Modeerscheinungen zu unterscheiden. Die anhaltende Beliebtheit von Sauerteigbrot beispielsweise hat dazu geführt, dass es zu einer Standardoption in vielen Bäckereien und Cafés weltweit geworden ist, während «Pumpkin Spice Latte» ein sehr saisonales Getränk ist.
Wer einen Trend testen möchte, dem empfiehlt es sich, eine Option zu wählen, die einfach, leicht erlernbar und im Umfang begrenzt ist. Erweist sich der Testlauf als erfolgreich, kann der Trend nachträglich in das reguläre Sortiment aufgenommen werden. Die effektive Nutzung eines Trends kann Vorteile für die Popularität und Bekanntheit eines Kleinunternehmens mit sich bringen.
- Hojicha und Matcha: Was ist der Unterschied?
- Cold Brew und Cold Drip: Kalter Kaffee in Vollendung
- Mate: Belebendes Kultgetränk aus Südamerika
Aktuelle Trends: Latte Art, Cold Brew, Sauerteigbrot, Matcha Latte, Pumpkin Spice Latte. KI-generiert / ChatGPT
Dossiers: Heissgetränke | Marketing
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